
Man kennt Fulda als Barockstadt, mit einem ehrwürdigen Dom und vielen Kirchen. Eher unbekannt ist dagegen die Tatsache, dass Fulda während des Siebenjährigen Krieges ein Schlacht-Schauplatz gewesen ist. Am 30. November 1759 fand nämlich hier die Schlacht auf dem Münsterfeld statt, auf dem württembergische und Braunschweiger Truppen aufeinander trafen. Am Freitag wurde an dem Ort des Gefechts ein Gedenkstein enthüllt.
Ein kurzer historischer Rückblick: Im Siebenjährigen Krieg kämpften Preußen unter Friedrich dem Großen, Großbritannien und Hannover auf der einen, und Frankreich, Österreich und Russland auf der anderen Seite. Letztere versuchten während des Krieges immer wieder, in Schlesien zusammenzutreffen; die Franzosen führte der Weg nach Osten zwangsläufig durch Hessen, das mit Preußen verbündet war. „Daher war das eine westliche Front im Siebenjährigen Krieg“, sagt Werner Kirchhoff, Leiter des Kulturamts Fulda. Hessen hatte eine starke und gut ausgebildete Armee und war als militärischer Partner beliebt. Am 30. November wurde auch Fulda Kriegsschauplatz. Frankreich hatte die württembergischen Truppen als Verstärkung angeworben, an diesem Tage zogen sie gerade an der Stadt vorbei. Die Chance für den Herzog von Braunschweig, der auf Preußens Seite stand, den Württembergern auf dem Münsterfeld in die Flanke zu fallen. Die Württemberger wurden geschlagen und zogen sich daraufhin aus dem Krieg zurück.
„Als geschichtsträchtige Stadt ist es uns wichtig, solche Ereignisse zu dokumentieren und für die Gegenwart zu übersetzen“, sagte Gerhard Möller (CDU) bei der Enthüllung eines Gedenksteines für die Schlacht 1759. In Erinnerung gerufen hat Rolf Schick das Gefecht. Er engagiert sich im Geschichtsverein der Stadt. Schick ging auf Kirchhoff zu, der alles Weitere in die Wege leitete und die Stadt für die Finanzierung gewann: 2500 Euro hat die Kalksteinplatte mit der bronzenen Platte gekostet. Die Wahl des Ortes ist schnell begründet: „Das Münsterfeld war damals eine offene Fläche – rechts und links waren Bäche – ein Flankenangriff war unmöglich. Der Platz, wo nun der Gedenkstein steht, ist der Punkt, von dem man sich den Beginn der Schlacht am ehesten vorstellen kann“, so Kirchhoff.
Von unserer Volontärin
Hanna Wiehe
Veröffentlicht Fuldaer Zeitung am 22.01.2010 20:35 Uhr